Stellungnahme Saisonfortsetzung 2019/20

Sehr geehrte Damen und Herren des FVM,

mit sorgfältigem Interesse haben wir Ihre Argumentationen -pro Fortsetzung- verfolgt und auch an den Videokonferenzen teilgenommen.

Umso mehr überrascht jetzt das Abstimmungsergebnis. Wir zweifeln nicht die ordnungsgemäße, notariell begleitete, Auswertung des Votings an! Dennoch bleibt festzuhalten, dass im Vorfeld des Votings seitens des FVM ausschließlich für die Fortsetzung geworben wurde. Ihre Argumente sind an dieser Stelle nachvollziehbar.

Dennoch, wäre es nicht transparenter und „noch“ demokratischer gewesen, man hätte auch die Vorzüge eines Abbruchs genannt? z.B.:

-bei fortgeschrittenen Planungen für die neue Saison, Stichtag 01.07.

-bei geplanten Spielerwechseln zum regulären Stichtag, Stichtag 01.07.

-hinsichtlich Absprachen mit Trainern, Betreuern, Sponsoren, welche sich auf eine terminierte Saison beziehen, Stichtag 01.07.

Weiterhin wurden die Auswirkungen auf den Jugendbereich sicherlich nicht ausreichend analysiert, bedacht und thematisiert. Ein Jahrgangswechsel kann bei Fortsetzung nicht vollzogen werden. In den älteren Jahrgängen brechen Spielerinnen und Spieler weg, aus jüngeren Jahrgängen kann nicht aufgerückt werden, da die Spieler in ihrer fortzusetzenden Saison festsitzen.

Der Jahrgangs-/Klassenwechsel in den Schulen wird im Sommer vollzogen, dort findet keine Fortsetzung statt, uns erschließt sich nicht, warum dieser Jahrgangswechsel im Jugendbereich nun ausgesetzt werden soll.

Geplante und evtl. auch dringend notwendige Spielgemeinschaften können nicht umgesetzt werden. A-Jugendliche des Jahrgangs 2002, welche ab dem 01.07. in den 1. Seniorenmannschaften hätten spielen können, dürften bei Fortsetzung nicht eingesetzt werden.

Auf A- und B-Jugend kann dies gravierende Auswirkungen haben. Ab Beendigung der Schulklasse 10 brechen regelmäßig Spielerinnen und Spieler weg, da diese eine Ausbildung beginnen und ggfls. Blockunterricht haben, wo sie nicht immer zu Hause sind. Hinzu kommt die Vielzahl der G8-Abiturienten, die nach dem ersten A-Jugend-Jahr ein Studium bzw. eine Ausbildung beginnen, daher den Wohnort oftmals verlassen. Die sachlichen Argumente für Fortsetzung und Abbruch sollten nochmals separat betrachtet und gegenübergestellt werden.

Eine starre Fortsetzung, d.h. gleiches Regelwerk für Senioren und Jugend, ist aus Vereinssicht nicht sinnvoll. Wäre es nicht ratsam, eine gemeinsame Lösung unter dem Dach des WDFV zu finden? Eine einheitliche Vorgehensweise von Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein wäre ein Zeichen von Stärke und Solidarität. Ein Flickenteppich ist sicherlich nicht die beste Lösung.

Der doch sehr knappe Ausgang des Votings sollte und darf nicht als alternativloses Mandat -pro Fortsetzung- gewertet hat. Die in der Öffentlichkeit aufkommenden Stimmen hinsichtlich Beeinflussung im Vorfeld des Votings, wo wir ausdrücklich betonen möchten dies nicht als Anklage verstanden zu wissen, tragen jedoch auch nicht zur Ruhe und einem sportlichen Miteinander für die anstehenden Aufgaben bei.

Aus unserer Sicht wäre eine abermalige Überarbeitung des Konzepts, inklusive nochmaliger Betrachtung aller Vor-/Nachteile, mehr als ratsam. Auch ein nochmaliges Voting, bei einem derartig knappen Ergebnis, sollte nicht ausgeschlossen werden.

Es geht um den Fußball in Gänze, die Basis ist der Amateursport, dessen Belange, Interessen und Ressourcen berücksichtigt werden müssen.

Mit sportlichen Grüßen

SC Salingia 08 Barmen e.V.

Der Vorstand