Verein

Woher stammt eigentlich der einzigartige Name „Salingia“…?

Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte das junge Fußballspiel eine immer größer werdende Beliebtheit. Im Frühjahr des Jahres 1908 entschloss man sich auch in Barmen zur Gründung einer Mannschaft.

Als Sportplatz wurden verschiedene Wiesen in der näheren Umgebung von Barmen genutzt. Den ersten Platz gab es in der Straße Vogelsruth. Aus selbst ersparten Groschen wurden im Spielwarengeschäft Nussbaum in Jülich der erste Fußball sowie Luftpumpe für 7,50 Mark gekauft.

Etwa um 1910 vereinigten sich die Mannschaften aus Floßdorf und Barmen zum „Barmen-Floßdorfer Fußballclub“. Dieser Zusammenschluss verlief so harmonisch, dass es für Außenstehende fast unbegreiflich erschien, wie durch Fußballspielen eine derartige Kameradschaft ohne jede Meinungsverschiedenheit die Jugend zweier Dörfer zusammenfügen konnte.

1911 hielt der Fußball auch der beheimateten Volksschule Einzug. Der damalige Lehrer Christian Droemmer nutzte die Turnstunden, um den Kindern Fußballspielen beizubringen. Da benachbarte Vereine bereits „Teutonia“ bzw. „Frankonia“ hießen, gab der Lehrer Droemmer dem Schulfußballclub den Namen „Salingia“. Die Bedeutung dieses Namens begründete er damit, dass die Salier eine schnelle und einsatzfreudige Kampftruppe besaßen, die im nördlichen Teil unserer Heimat lebten und von 1024-1125 den deutschen Kaiserthron innehatten.

In den ersten Jahren des 1. Weltkriegs gab es kaum sportliche Betätigung, abgesehen von ein paar Freundschaftsspielen. Nach der Beendigung des Krieges erfolgte die Rückkehr der Soldaten und die Wiederaufnahme des zivilen Lebens, weswegen bereits 1919 der Verein neu gegründet wurde. In diesem Zuge wurden auch die rot-schwarzen Trikots gegen grün-weiße Hemden getauscht.

1921/22 wurde der neugegründete „FC Salingia Barmen“ dem Gau Düren des Westdeutschen Spielverbandes zugeordnet. In den folgenden Jahren entwickelten sich auch eine Handball- sowie eine Leichtathletik-Abteilung parallel zum Fußball, sodass der „Fußballclub“ zu einem „Sportclub“ wurde.

Während der Zeit des Nationalsozialismus hatte auch der Sportclub mit zahlreichen Restriktionen und natürlich auch Personalmangel zu kämpfen. 1943 kam der Spielbetrieb gänzlich zum Erliegen.

1947/48 wurde der Spielbetrieb in der neugegründeten 1. Kreisklasse wieder aufgenommen und Barmen wurde auf Anhieb Meister. Um in die Bezirksklasse aufzusteigen, waren Aufstiegsspiele gegen Herzogenrath, VfB 08 Aachen, Birkesdorf, Eschweiler über Feld, und Zweifall festgesetzt. Es war damals kurz vor der Währungsreform, daher waren Naturalien mehr wert als Geld. Jeder, der mit einem wackeligen LKW nach Aachen mitfahren wollte, musste als Fahrpreis ein Ei abgeben. Aachen konnte zu Hause mit 3:2 geschlagen werden. Ebenso wurde das Spiel gegen Herzogenrath gewonnen, was von knapp 2.000 Zuschauern verfolgt wurde. So stieg der Verein erst- und letztmalig in die Bezirksklasse Düren auf, musste jedoch in der Folge wieder absteigen.

In der Saison 1963/64 griff die Salingia noch einmal zur Tabellenspitze, musste sich jedoch am Ende Broich geschlagen geben. Im 60-jährigen Jubiläum musste der Verein 1968 einen Abstieg aus der 1. Kreisklasse verkraften. Viele Merzenhausener Spieler wanderten in ihren Heimatort ab, da dort der SV Merzenhausen den Spielbetrieb aufnahm. Der direkte Wiederaufstieg gelang im Folgejahr auf eindrucksvolle Art und Weise. Barmen war vom ersten bis zum letzten Spieltag Spitzenreiter. Da viele Spieler aus Altersgründen ihre Karrieren beendeten, wurde die Mannschaft personell so geschwächt, dass sie 1973 wieder abstieg und in den folgenden Jahren beinahe in die 3. Kreisklasse durchgereicht wurde.

Es folgte 1985 kurzzeitig der Aufstieg nach zwölf Jahren Abstinenz in der Kreisliga A (90:18 Tore, 48:4 Punkte), in der Aufstiegssaison musste der Verein jedoch den direkten Wiederabstieg verkraften. Bereits 1987/88 stieg der Verein wieder in die Kreisliga A auf, die bis 1992 gehalten werden konnte. Nach zwei Jahren Abstinenz gelang der erneute Wiederaufstieg. Es dauerte sieben Spielzeiten, bis die Mannschaft 2001 durch die Zusammenlegung der Fußballkreise Düren und Jülich denkbar knapp durch eine Quotientenregelung absteigen musste.

Einige Jahre vergingen, bis am 05. Juni 2013 der Aufstieg in die Kreisliga A gelang. Amicitia Schleiden konnte mit 5:0 auswärts geschlagen werden, sodass die Rückkehr in die „Erstklassigkeit“ bereits vor dem letzten Spieltag feststand und auch durch die Konkurrenz nicht mehr zu nehmen war.